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Continue to breath

Yoga
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Posted by
Dr. med. Alina Hübecker
|
August 26, 2018
Jan 16, 2019

Learning by Doing

Es gibt Asanas, die probiere ich jetzt schon seit Monaten aus. Unter anderem beschäftigt mich Pincha Mayurasana – der Unterarmstand – schon sehr lange. Schon so lange, dass ich mich gefragt habe, wie es sein kann, dass ich mich immer noch nicht wirklich oben halten kann.

Ziemlich am Ende meiner Yogalehrerausbildung in Indien hatte ich so viel Kraft in den Armen, Stärke in meinen Bauchmuskeln und geistige Kompetenz, um zumindest einige Sekunden ohne Wand frei zu stehen. Leider musste ich nach Indien die Häufigkeit meiner Praxis mit Beginn der Facharztausbildung deutlich zurückschrauben. Ich schaffte es anfangs nicht mal zwei Mal die Woche zu praktizieren.

Das eigentliche Problem ist aber nicht, dass ich den Pincha nicht ohne Wand stehe, sondern, dass ich mich darüber ärgere. Ich habe verlernt zu lernen. Ich habe vergessen, dass mein Körper und mein Geist nur dann neue Asanas lernen können, wenn ich mir aktiv Zeit nehme, sie Schritt für Schritt aufzubauen.

Der Schlüssel heißt Geduld

Als kleines Kind war das anders. Nehmen wir einmal das Fahrradfahren. Keiner von uns ist einfach so auf sein kleines Miniaturfahrrad gesprungen und konnte sofort das Gleichgewicht halten und losradeln. Schritt für Schritt bauten wir uns den Weg einmal sicher bis zur nächsten Straßenecke zu kommen. Vielleicht erst im Dreirad, dann mit Stützrädern und nach vielem Probieren und vielen Stürzen irgendwann eben alleine. So ist es wie wir lernen. Unser Gehirn und unser Körper brauchen Zeit sich an die neue Anforderung zu gewöhnen. Das Gehirn muss mit jedem neuen Scheitern erkennen, was es nicht machen darf, damit alles irgendwann komplikationslos läuft.

Leider haben wir im Laufe der Zeit irgendwie verlernt zu lernen. Wir haben verlernt, dass wir Zeit brauchen für manche Dinge. Wir können nicht einfach in den Handstand springen und unsere Schultern, unseren unteren Rücken und unsere Handgelenke damit komplett überfordern. Ich mein, das können wir schon – aber es hilft uns nicht.

Continue to breath

Und das ist eben auch eine Form von Yoga. Zu Lernen nur so weit zu gehen, wie dein Körper und dein Geist bereit dafür ist. Dich selbst nicht zu überfordern und einmal tief in dich selbst zu hören, ob du wirklich so weit gehen kannst. Hierbei hilft dir vor allem dein Atem. Er leitet dich und zeigt dir, ob du noch etwas weiter gehen kannst, oder ob du schon übers Ziel hinaus geschossen bist. Wenn du dich in einer Asana befindest, frag dich einmal, ob du noch tief in den Bauch ein- und ausatmen kannst. Kannst du es nicht, solltest du vielleicht einen Gang zurückschalten. So hast du einen guten Parameter, der dir zeigt, ob du schon so weit bist.

Auch ich werde die nächste Woche wieder mehr versuchen auf meinen Atem zu hören und fleißig auch alle anderen Asanas üben, um dann in ein paar Wochen die nötige Power zu haben den Pincha zu stehen. Und wenn es so weit ist, wird auch mein Körper so weit sein. Meine Arme werden mich halten können und meine Bauchmuskeln werden meinen unteren Rücken schützen.

Probiert euch aus und habt ein bisschen Nachsicht mit euch. Alles kommt mit seiner Zeit, wenn ihr wie ein Kind den Mut nicht verliert und Schritt für Schritt fleißig übt.

• Namasté •
Dr. med. Alina Hübecker
The Medical Yogi

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