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Fasten im Ayurveda

Ayurveda
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Posted by
Dr. med. Alina Hübecker
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March 15, 2019
Mar 15, 2019

Die letzten 10 Tage habe ich mich nur von Tees, frischen Säften (natürlich ohne Zucker-Zusatz) und warmer, frischer Gemüsebrühe ernährt. Durch dieses Heilfasten, wollte ich meinen Körper einmal auf "Reset" setzen, entschlacken und Toxine aus meinem Körper leiten. Meine Erfahrungen und Dinge, die du beachten musst, wenn du selbst Fasten möchtest, teile ich mit dir in diesem neuen Blogpost.

Es war nicht das erste Mal, dass ich das Heilfasten durchgeführt habe. Ich weiß, wie gut es sich bei mir persönlich anfühlt zu fasten. Ich weiß wie gut ich schlafen kann, wenn ich faste und ich weiß auch wie es sich anfühlt, wenn mein Körper entgiftet. Trotzdem sind die ersten 3 Tage immer wieder hart. Am ersten Tag ist eigentlich noch alles gut, am zweiten Tag sollte man mich besser nicht ansprechen und ab dem 3. Tag hat sich mein Körper und mein Stoffwechsel an die neue Situation gewöhnt.

Positive Auswirkungen des Fastens

Was hat sich also die letzten Tage in meinem Körper verändert? Vor allem mein Schlaf hat sich enorm verbessert! Ich brauche viel weniger Schlaf, schlafe tiefer und fühle mich viel regenerierter! Natürlich nimmt man bei einer Fastenkur auch ein paar Kilos ab, dadurch fühle ich mich auch grundsätzlich leichter. Was ich aber viel interessanter fand, war meine verbesserte Flexibilität. Beim Yoga haben sich meine Gelenke und Muskeln weicher angefühlt und ich konnte durch diese Flexibilität Asanas ausführen, in die ich sonst wirklich nur mit viel Kraftaufwand hineinkomme. Man sollte ja meinen, dass man sich weniger Leistungsstark oder nach einer gewissen Zeit schwach fühlt, aber das Fasten hat mir Kraft verliehen. Ich habe weiterhin an meiner Halbmarathon-Vorbereitung arbeiten und fühlte mich auch bei den Kraftübungen im Fitness Studio stark. Und das Beste? Ich musste keinen Gedanken ans Essen verschwenden: Esse ich vor oder nach dem Sport? Was esse ich überhaupt? Ist es jetzt noch zu früh oder schon zu spät zum Essen? Also auch eine kleine mentale Befreiung.

Bei Tag Zehn war Schluss

Mein Plan war es eigentlich 16 Tage durchzuhalten. Aber genau darum geht es eben NICHT beim Fasten. Es geht darum auf deinen Körper zu hören und zu lernen wie dein Körper auf verschiedene Situationen reagiert. An Tag 9 und 10 haben dann leider doch die Nebenwirkungen überwogen. Ich habe immer genug getrunken und trotzdem wurde mir schwindelig, mein Kreislauf versagte und ich war nicht mehr so leistungsfähig. Die Konsequenz war dann eben das vorzeitige Abfasten und das ist auch gut so! Wenn du Fasten möchtest, dann versuche nicht krampfhaft eine festgelegte Zeit durchzuhalten, sondern gehe in der Zeit besonders achtsam mit dir um und faste ab, wenn dein Körper dir die Zeichen dafür gibt.

Fasten im Ayurveda

Im Ayurveda gibt es ebenso Fastenkuren, wie in anderen komplementärmedizinischen Gebieten. Allerdings sollten die Fastenkuren auf die jeweiligen Doshas abgestimmt sein. Vata-Typen sind meist sowieso schon sehr schlank und sollten daher nicht so lange fasten, um eine zu große Auszehrung zu vermeiden. Außerdem kann es sein, dass sie unter der Fastenkur unter Nervosität und Unruhe leiden. Wenn sie 3-4 Tage fasten und sich viel Zeit und Ruhe gönnen, können sie jedoch auch einen guten Zugang zu ihrem Innenleben bekommen und durch Meditation zusätzlich vom reinigenden Effekt auf den Geist profitieren. Pitta-Konstitutionen können unter Nahrungsentzug leicht gereizt werden und sollten darauf achten, einen guten Ausgleich z.B. in Form von Sport zu finden. Auch Pitta-Naturen sollten nicht zu lange Fasten, da sie ebenfalls von Natur aus oft schlank sind. Kapha-Konstitutionen neigen zu Übergewicht und können meist problemlos auch eine längere Zeit fasten.

Die perfekte Jahreszeit

Auch beim ayurvedischen Fasten geht es nicht darum Gewicht zu verlieren (auch wenn das oft ein netter Nebeneffekt ist), sondern darum den Körper zu entschlacken und zu entgiften. Aber wann bringt eine Fastenkur am meisten? Bei uns liegt die Fastenzeit im Frühling zwischen Karneval und Ostern. Und tatsächlich wird die Jahreszeit zwischen Februar und März durch Kapha geprägt. Das bedeutet, dass wir zu Trägheit neigen und unser Agni geschwächt ist. Also eine gute Zeit, um durchs Fasten eine gewisse Leichtigkeit zu entwickeln und unser Agni wieder zu stärken. Viele Menschen fasten aber auch gerne im Herbst. Die Bäume lassen die Blätter fallen, die Natur beginnt sich zu reinigen. Die Elemente Luft und Raum nehmen zu und somit beginnt die Jahreszeit von Vata.

Eine Fastenkur fällt uns hier besonders leicht. Jedoch sollten Vata-Konstitutionen in dieser Zeit besser nicht fasten, sondern versuchen ihr Hauptdosha zu besänftigen und stabilisieren.

Ayurveda: Fasten-Beispiel

Vor dem Ayurveda-Fasten gibt es wie bei jedem Fasten eine Einleitungsphase, in der man eine Darmreinigung durchführt, z.B. mit Bittersalz oder Rhizinusöl. Diese Phase kannst du 3-4 Tage durchführen. Außerdem solltest du eine kalorienreduzierte Ernährung einführen, z.B. auf Frühstück verzichten und mittags und abends gekochtes Gemüse zu dir nehmen. Dann beginnt die eigentliche Fastenphase, die du an deine unterschiedliche Konstitution anpassen solltest. Du darfst Getränke trinken, die deine Konstitution ausgleicht oder unterstützt, wie z.B. Ayurveda-Tees oder warmes Ingwer-Wasser. Achte immer auf genug Flüssigkeit. Anders als bei anderen Fastenkuren, solltest du eine leichte Mahlzeit (z.B. eine frische Suppe) in der Mittagszeit zu dir nehmen. In dieser Zeit ist dein Verdauungsfeuer, dein Agni, besonders hoch, sodass dein Körper die aufgenommene Nahrung gut verbrennt und sich weniger Schlacken ansammeln. Außerdem solltest du dich viel Bewegen z.B. in Form von Yoga oder Spaziergängen, um den Kreislauf oben zu halten.

In der anschließenden Abfasten-Phase solltest du 2-4 Tage wieder gekochtes Gemüse abends in deinen Essensplan aufnehmen, sodass du zunächst nur zwei Mahlzeiten am Tag zu dir nimmst. Außerdem solltest du für mindestens 10 Tage auf Kaffee, Milchprodukte, Fleisch, Fisch Frittiertes, Alkohol und Weizenmehlprodukte verzichten.

Höre auf deinen Körper

Egal, ob und wie lange du fastest: was wirklich wichtig ist und was wirklich zählt, ist, dass du immer auf deinen eigenen Körper hörst. Dass du abfastest, wenn das Fasten zur Qual wird und dass du dir Ruhe gönnst, wenn dein Körper diese Ruhe benötigt. Massagen, Meditation und Yoga können deine Fastenzeit bereichern und dein Wohlgefühl steigern!!

Ich werde im Herbst auf jeden Fall noch einmal Fasten, weil es mir und meiner Konstitutions-Kombination wirklich gut tut. Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren!

Dr. med. Alina Hübecker
The Medical Yogi

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